Facebook würde Blocher wählen

December 13th, 2007

Pro Blocher: 278 Mitglieder.

Kontra Blocher: 18 Mitglieder.

via think eMeidi

SF: Schweizer Wahlen auf Youtube

September 8th, 2007

Interessante Pläne des Chefredaktors Ueli Haldimann:

Für die Sendung Entscheidung 07: Die Jugenddebatte, die Ende September auf dem Sender ist, fordern wir zur Zeit mittels Trailern die (jüngeren) Zuschauer auf, in kurzen Videos zu beschreiben, was sie tun würden, wenn sie in der Schweiz einen Tag lang an der Macht wären. Ebenfalls ist geplant, die letzte Wahlarena mit den Parteipäsidenten mit einer zusätzlichen Sendung zu ergänzen, in der die Parteipräsidenten Fragen zu beantworten, die als Videobotschaft eingespielt werden.

Da darf man mal gespannt sein, wie das Echo ist. Drücken wir die Daumen!

Klapproth hatte seinen Spass dabei

September 5th, 2007

Zufällig habe ich heute 10vor10 geschaut und mitbekommen, wie Stephan Klapproth sich fast ins Hemd gemacht hat vor lauter Spass über diesen netten kleinen Bundeshaus-Skandal. Aus dem Begleittext:

GPK kritisiert Bundesrat Blocher

Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats hat Justizminister Christoph Blocher scharf kritisiert. Er habe im Fall Roschacher seine Kompetenzen überschritten. Blocher wies bereits vorher die Kritik zurück.

Dass die SVP für einmal lieber nichts sagen wollte, lässt auf ein schlechtes Gewissen schliessen. Einige Leute werden Nachtschicht schieben. Man darf auf morgen gespannt sein.

SP Schweiz entdeckt die Angst

September 5th, 2007

Schneller als die Parteizentrale hat 20Minuten die neue Kampagne der SP lanciert. Da blieb der SP Schweiz nichts anderes übrig, als möglichst rasch nachzuziehen. Seit kurzem ziert folgendes Bild die Homepage:

bild-5.png

Zitat aus dem Campa07 Blog zu dieser Kampagne:

Das Telefon läuft heiss auf der SP-Zentrale. Zahlreiche Personen haben bereits auf das AKW-Plakat der SP, das heute in 20minuten pubilziert wurde, reagiert. Die Mehrzahl positiv: Sie teilen die Angst vor dem Atomrisiko und sind inhaltlich klar der Meinung, es müsse ohnehin etwas vorangehen in Sachen Klimaschutz. Ich habe jeweils die Gelegenheit benutzt und veranlasst, dass sie ein paar Bogen der von der SP mitlancierten Klima-Initiative zugeschickt erhalten.

Angst als Aufhänger für den Wahlkampf? Bisher war es das zweifelhafte Privileg der populistischen Parteien, an niedere Instinkte zu appellieren. Man darf gespannt sein, ob die SP hier rechts überholen kann. Die Kommentare im Blog sind denn momentan auch vorwiegend negativ.

via blog.schweizinfo.ch

CVP Luzern: Wahlplattform vertreibt Besucher

August 31st, 2007

Zu lesen im CVP Luzern Blog:

Wahlplattform online!
Wer kandidiert eigentlich für die Luzerner CVP? Wann findet in meiner Umgebung eine Wahlveranstaltung statt? Welches sind die thematischen Schwerpunkte der CVP? Wie wähle ich richtig? Dies sind nur einige Fragen die auf unserer Internet-Wahlplattform unter www.liste4.ch beantwortet werden.

Aber wer dann Fragen Nummer zwei und vier beantwortet haben will, der wird dazu auf dem Splashscreen der neuen CVP-Website liste4.ch zunächst keinen Navigationspunkt finden. Erst wenn man, das Beste hoffend, einfach mal irgendwo draufklickt, kommt man endlich auf die eigentliche Website mit kompletter Navigation. Warum nicht gleich so?
Auf dieser Site wird verschiedenes falsch gemacht:

  • Splashscreens sind out. Auf die Startseite gehören nicht schöne Bildli, sondern die wichtigsten Informationen. Sonst riskiert man, die Besucher zu vertreiben.
  • Mystery Meat Navigation ist out. Was der Besucher braucht, sind klare und sprechend Navigationslinks. Also nicht ein nichtssagendes “Familie”, sondern zum Beispiel klar und deutlich: “Familie: Unsere Position”.
  • Auf der Startseite werden siebzehn KandidatInnen gezeigt. Wenn man sich auf die Website durchgeklickt hat, sind diese siebzehn KandidatInnen nirgendwo übersichtlich aufgelistet.
  • Ein Blick auf den Quelltext der Startseite zeigt: Massenhaft Links ohne Linktext, die mit Hilfe von CSS zu klickbaren “Bildern” umformatiert werden. Menschen, die einen Texbrowser benutzen, können damit gar nichts anfangen. Das entspricht sicherlich nicht dem Konzept der Barrierefreiheit.
  • Auch Suchmaschinen können mit dieser inhaltslosen Startseite nichts anfangen und werden sich schwer tun, die Site gut zu platzieren.
  • Dass die Navigationsbilder auf der Startseite schlecht optimiert sind, fällt dann schon fast nicht mehr ins Gewicht.

Mein Vorschlag: Diesen unbrauchbaren Splashscreen streichen und durch echte Inhalte ersetzen. Das sieht dann zwar vielleicht nicht so “schön” aus, ist aber für die Besucher sehr viel brauchbarer.

Interessant ist auch, wie das Kompetenzgerangel innerhalb jeder grösseren Organisation wieder einmal online sichtbar wird. So existieren z.B. schon auf der Website der CVP Schweiz umfangreiche Inhalte zum Wahlkampf 2007, inklusive Liste der Luzerner Kandidierenden. Ausserdem gibt es natürlich bereits den kantonalen Auftritt der CVP Luzern. Und jetzt wird mit einem weiteren, speziell für den Wahlkampf kurzfristig lancierten Auftritt die Information noch weiter verzettelt – und der Besucher letztendlich verwirrt. Hier wäre eine Konzentration der Kräfte sicherlich effizienter gewesen – aber das lässt das Ego der einzelnen Stakeholder natürlich nicht zu :-) .
via CVP Luzern Blog

SVP-Politiker am virtuellen Pranger

August 31st, 2007

Eine interessante Initiative:

Unter http://www.svp-politiker.ch werden ab sofort kritische Blogbeiträge über die einzelnen SVP-Politiker aufgelistet, um auf die teils kriminellen und teils rassistischen Vorstösse der sogenannten Schweizer Volkspartei SVP zu informieren.

Konzeptionell ist die Site also ein Politikblog-Portal, mit dem Nischenthema “SVP-Politiker”. Und recht elegant gelöst: Die Beiträge werden nach Namen kategorisiert, so dass z.B. auf http://oskar-freysinger.svp-politiker.ch/ alle Beiträge zu lesen sind, in denen der SVP-Politiker Oskar Freysinger genannt wird. Ich nehme an, dass das mit Regulären Ausdrücken gelöst wurde und die Betreiber nicht jeden Beitrag von Hand den zutreffenden Kategorien zuordnen; das wäre auf Dauer ein erheblicher Aufwand.

Momentan sehe ich bei dieser Site folgende Schwachpunkte:

  • Offensichtlich werden nur angemeldete Blogs ausgewertet, weshalb die Resultate momentan weniger ergiebig sind als die Suche nach “Oskar Freysinger” z.B. in Technorati oder Planet Switzerland.
  • Die Site ist inhaltlich völlig einseitig, da nur die Meinungen SVP-kritischer Blogs aggregiert werden.
  • Vorausgesetzt die Beiträge werden automatisch kategorisiert, bedarf es einer gewissen Disziplin der Blog-Autoren, um Fehlkategorisierungen zu vermeiden.

Nichtsdestotrotz eine interessante Ergänzung zum Internet-Wahlkampf in der Schweiz. Spannend wird jetzt sein, ob das Blog-Portal so ernst genommen wird, dass es Gegenmassnahmen auslöst.

Nachtrag: via Obwaldner Blog

Wahlkampf: Die Grenzen der Manipulation

August 26th, 2007

Das Medienspektakel um das gestellte Wahlkampfvideo der SVP zeigt deutlich, dass es in einer freiheitlichen Demokratie nicht ohne weiteres möglich ist, das Volk zu betrügen.

Unser Tipp an die ausführende Firma : Dreht doch diese Streifen zukünftig in Osteuropa! Dann stimmt das Ambiente noch besser, und vor allem: Die Jugendlichen können sich nicht wehren.

Spam gegen Polit-Spam

July 30th, 2007

So gefällt mir Politik im Internet eigentlich am besten: Statt sich von den Parteien im Internet berieseln und zum passiven Wahlvieh degradieren zu lassen, werden die Wähler aktiv.

Diesmal ist’s die Ausschaffungsinitiative, die inspirierend wirkt und offenbar bereits zahlreiche Blogger dazu motiviert, die Unterschriftenbögen der SVP nicht unterschrieben zurück zu schicken (was mich an diese Geschichte erinnert).

Und vor wenigen Monaten war es der Ueli Murer Telefonspam, der Tobistar spontan zu einer Remix-Aktion veranlasste.

Man fragt sich glatt, ob Politik im Internet ohne die offiziellen Partei-Websites nicht viel lustiger wäre.

Politik im Internet: So gehts

March 12th, 2007

Nichts gegen die aktuellen Politblog-Anstrengungen, aber was der Parteichef der britischen Conservative Party mit seinem Videoblog erreicht, stellt momentan wohl alles in den Schatten:

As Shakespeare Wrote, TV or Not TV?

Picture this: Every day, a major candidate for the highest office in the land spends a few minutes talking into a video camera held by an aide. Then the recordings are posted, with very minor editing, to the his Web site. On some days, they show him on the street, talking casually about the visit he’s making to a local business or a day care center. On other days, he’s sitting in his office, giving candid responses to the top five questions that have been posted to his blog, as chosen by visitors to his site. The videos are all generally unscripted; the settings are unencumbered by props; and the camera work is about as good as any tourist’s visiting the zoo.

If you think this is a fantasy, don’t. This, in a nutshell, is how David Cameron, the youthful leader of Britain’s opposition Conservative Party, has been taking advantage of online video since he launched his “Webcameron” site (www.webcameron.org.uk) last fall. His casual and extended videos have not hurt his popularity; right now, Cameron’s Conservatives are leading the ruling Labor Party by 13 percentage points in a recent poll.

via Guardian Unlimited News Blog

nzzvotum.ch: Eine erste Auswertung

February 16th, 2007

238 Beiträge mit durchschnittlich 3.3 Kommentaren pro Beitrag: Dies das trockene Fazit der ersten paar Tage nzzvotum.ch. An sich ist das (natürlich nicht uneigennützige) Engagement der NZZ natürlich beeindruckend, und auch für den Hosting-Anbieter Kaywa ist diese Polit-Blog-Plattform gute Werbung. Deshalb: Go for it!

Wenn aber in diesem Tempo weitergeblogt würde, also pro Tag knapp 100 Beiträge, dann wären das bis am 15. April 2007, dem Tag der Wahl, immerhin knapp 6000 Beiträge. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Zürcher Wähler tatsächlich soviel Wahlwerbung lesen wollen. Und die KandidatInnen haben neben dem Bloggen sicherlich noch andere, wichtigere Sachen zu erledigen. Falls sie ihre Hausaufgaben gut machen (und Kaywa die entsprechenden Daten zu Verfügung stellt), werden sie sich deshalb ab nächster Woche auf diejenigen Themen konzentrieren, die am meisten Kommentare und Besucher generieren (oder je nach Strategie auch auf diejenigen Themen, die am meisten Zustimmung erfahren). Damit dürfte dann die Postingfrequenz auf ein erträgliches Mass sinken, und der momentan doch eher dürftige Durchschnitt von 3.3 Kommentaren pro Beitrag würde sich auch massiv verbessern.

Hier nun zur Übersicht eine Tabelle mit den Zahlen. Die höchsten Werte sind jeweils fett markiert, die schlechtesten Werte kursiv.

Partei Beiträge Autoren Kommentare K. pro Beitrag K. maximum
SVP 16 8 115 7.2 25
SP 21 31 74 3.7 25
FDP 27 10 146 5.4 40
GP 10 12 42 3.8 11
CVP 9 4 20 2.2 6
EVP 26 11 42 1.6 12
GLP 10 16 16 1.6 5
EDU 12 4 37 3.1 23
AL 7 2 13 1.8 5

Das alles manuel auszuzählen und zusammenzurechnen war doch etwas mühsam. Deshalb hoffe ich, dass Kaywa in Zukunft die Zahlen direkt aus der Datenbank ausliest und auf der Website zur Verfügung stellt. Merci an Roger im Voraus!

Es fällt unmittelbar auf, dass die grossen Parteien auch auf dem Blog das Geschehen dominieren: Die FDP bringt total 27 Beiträge auf die Waage, mit insgesamt 146 Kommentaren (von denen allerdings ein knappes Drittel auf den Beitrag über die Einheitskrankenkasse entfällt). Die SVP trumpft dafür bei der Konversionsrate “Kommentare pro Beitrag” auf, wo sie mit einem Durchschnitt von 7.2 Kommentaren pro Beitrag weit vorne liegt. Die SP liegt nur bei der Anzahl der Autoren einsam an der Spitze: 31 registriert Autoren bemühen sich um die Gunst der Leser. Oder werden sich irgendwann einmal bemühen; bisher wurden erst 21 Beiträge publiziert, die im Schnitt weniger als vier Leser zu einer Reaktion bewegen konnten.
Einsames Schlusslicht in allen Belangen ist die Alternative Liste: Lediglich 7 Beiträge mit total 13 Kommentaren sind hier vorzuweisen; allerdings sind auch nur zwei Autoren am Start. Die GLP, die immerhin 16 registrierte Autoren ihr eigen nennt, bringt es auch nur auf 10 Beiträge.

Soweit die Übersicht über die Zahlen. Interessant wäre natürlich eine Analyse der Inhalte (immer vorausgesetzt, dass es in der Politik um Inhalte geht): Welche Themen werden angesprochen, welche vermieden; wie benutzen die Politiker ihren Blog, um eigene Vorteile hervorzuheben und Schönheitsfehler zu kaschieren; konzentrieren sie sich auf ihen eigenen Blog, oder findet in Beiträgen oder gar Kommentaren ein Dialog mit den anderen Blogs statt; wird der Gegner ignoriert, respektiert, oder gar diskreditiert? Hier werden sich ganze Generationen von Politologie-Studenten austoben können.